Worauf Sie bei der Auswahl, Montage und Anwendung eines Kondensationswächters achten sollten, haben wir in diesem Ratgeber für Sie zusammengestellt.
Was ist Kondensation und wann entsteht Betauung?
Kondensation entsteht, wenn feuchte Luft auf eine deutlich kältere Oberfläche trifft. Die Luft kann den enthaltenen Wasserdampf dann nicht mehr vollständig aufnehmen. Wasser setzt sich als Feuchtigkeit auf der Oberfläche ab. Dieser Vorgang wird als Betauung bezeichnet.
Besonders häufig tritt Kondensation an Kaltwasserleitungen, Kühlleitungen, Kühldecken oder anderen Bauteilen mit niedriger Oberflächentemperatur auf. Eine frühzeitige Betauungsüberwachung hilft dabei, kritische Feuchtezustände zu erkennen und rechtzeitig geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Was ist ein Kondensationswächter?
Ein Kondensationswächter, auch Kondensatwächter genannt, ist ein Überwachungsgerät, das die relative Feuchte und die Temperatur im Bereich einer gefährdeten Oberfläche erfasst. So erkennt das Gerät, wenn sich die Umgebungsbedingungen einem kritischen Zustand für Kondensatbildung nähern.
Der Kondensationswächter schaltet bei einem fest eingestellten Schaltpunkt von etwa 93 % relativer Feuchte den integrierten Wechslerkontakt. Das Ausgangssignal kann an eine übergeordnete Steuerung angeschlossen werden, um beispielsweise eine Heizung, eine Pumpe oder ein anderes Stellglied anzusteuern.
Für welche Anwendungen wird ein Kondensationswächter eingesetzt?
Ein Kondensationswächter wird eingesetzt, wenn kalte Oberflächen oder technische Bauteile vor Feuchtigkeit geschützt werden müssen. Er eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen eine direkte Schaltinformation benötigt wird.
Typische Anwendungsbereiche sind:
- Kaltwasserleitungen und Kühlleitungen
- Kühldecken und gekühlte Oberflächen
- Lüftungsanlagen und Klimaanlagen
- Gebäudeautomation
- Technikzentralen und technische Betriebsräume
- Schaltschränke und technische Gehäuse
- Industrielle Anlagen und Produktionsbereiche
- Feuchtigkeitsempfindliche Bauteile und Anlagenbereiche
Durch das frühzeitige Erkennen kritischer Feuchte können angeschlossene Steuerungs- und Regelungssysteme rechtzeitig reagieren. So lässt sich das Risiko von Kondensatbildung und daraus entstehenden Feuchteschäden reduzieren.
Wie funktioniert ein Kondensationswächter?
Der Kondensationswächter arbeitet mit einem digitalen Feuchtesensor und einem integrierten Temperatursensor. Der Fühler erfasst die Bedingungen im Bereich der überwachten Oberfläche und übermittelt die Messwerte an die Elektronik des Geräts.
Der Schaltpunkt ist fest auf etwa 93 % relative Feuchte eingestellt. Wird dieser Wert überschritten, erkennt der Kondensationswächter einen kritischen Feuchtezustand und schaltet den Wechslerkontakt. Die angeschlossene Steuerung kann daraufhin geeignete Maßnahmen einleiten, um eine Betauung zu vermeiden.
Der Wechslerkontakt ermöglicht eine flexible Einbindung in Steuerungs- und Überwachungssysteme. Je nach Anschluss kann er zur Ansteuerung oder Zustandsüberwachung weiterer Anlagenteile verwendet werden. Die jeweilige Anschlussbelegung des verwendeten Modells ist zu beachten.
Welche Bauformen von Kondensationswächtern gibt es?
Unsere Kondensationswächter sind in zwei Bauformen erhältlich. Beide Ausführungen verfügen über einen Wechslerkontakt, eine feste Schaltschwelle von etwa 93 % relativer Feuchte und die Schutzart IP65. Der wesentliche Unterschied liegt in der Montage und der Positionierung des Fühlers.
- Kondensationswächter Wechsler
Diese Ausführung wird direkt auf der überwachten Oberfläche montiert. Ein Anlegekörper und ein Spannband ermöglichen die Befestigung an geeigneten Rohrleitungen und glatten Flächen.
- Kondensationswächter Wechsler mit externer Platine
Bei dieser Ausführung wird der externe Fühler flexibel an der Messstelle positioniert. Die separate Platine kann unabhängig vom Fühler an einer geeigneten Stelle montiert werden. Das erleichtert den Einbau bei beengten oder schwer zugänglichen Einbausituationen.
Welche Vorteile bietet ein Kondensationswächter?
Ein Kondensationswächter bietet eine einfache Möglichkeit, kritische Feuchtezustände an kalten Oberflächen frühzeitig zu erkennen. Im Vergleich zu einem reinen Temperaturfühler wird zusätzlich die relative Feuchte überwacht. Dadurch kann die Gefahr von Kondensatbildung gezielter beurteilt werden.
Der integrierte Wechslerkontakt stellt ein direkt nutzbares Schaltsignal zur Verfügung. Dadurch lässt sich der Kondensationswächter ohne zusätzliches Ausgangsmodul in viele Steuerungs- und Überwachungssysteme einbinden.
- fester Schaltpunkt von etwa 93 % relativer Feuchte
- Überwachung von relativer Feuchte und Temperatur
- direkte Ansteuerung angeschlossener Stellglieder
- Auswahl zwischen direkter Montage und externer Platine
- robuste Ausführung mit Schutzart IP65
- einfache elektrische Anbindung über Schraubklemmen
Wie wähle ich den passenden Kondensationswächter aus?
Bei der Auswahl sollte zunächst die Einbausituation betrachtet werden. Ist die überwachte Oberfläche gut zugänglich, eignet sich die Ausführung zur direkten Montage mit Anlegekörper und Spannband. Bei beengten Platzverhältnissen oder schwer zugänglichen Messstellen bietet sich die Ausführung mit externer Platine und flexibel positionierbarem Fühler an.
Zusätzlich sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Art und Größe der zu überwachenden Oberfläche
- verfügbare Montagefläche am Rohr oder Bauteil
- Position der Elektronik und Zugänglichkeit der Anschlussklemmen
- Führung und mechanische Entlastung des Sensorkabels
- vorhandene Versorgungsspannung
- Einbindung des Wechslerkontakts in die Steuerung
- Umgebungstemperatur und Feuchtebelastung
- erforderliche Schutzart der Anwendung
Die direkte Ausführung ist besonders montagefreundlich, wenn der Kondensationswächter unmittelbar an einer zugänglichen Rohrleitung oder Oberfläche angebracht werden kann. Die Ausführung mit externer Platine bietet mehr Freiheit bei der Platzierung von Fühler und Elektronik.
Wie wird ein Kondensationswächter korrekt montiert?
Für eine zuverlässige Funktion ist die fachgerechte Montage des Kondensationswächters entscheidend. Bei der direkten Ausführung wird das Gerät mit dem Spannband auf einer metallisch blanken Rohrleitung oder auf einer glatten, fettfreien Oberfläche befestigt. Der Anlegekörper muss möglichst vollflächig und mit gutem Wärmekontakt an der überwachten Oberfläche anliegen.
Das Spannband ist gleichmäßig anzuziehen, ohne den Anlegekörper oder das Gehäuse zu beschädigen. Das mitgelieferte Spannband der direkten Ausführung ist für Rohrleitungen bis 3 Zoll vorgesehen.
Bei der Ausführung mit externer Platine wird der Fühler an der vorgesehenen Messstelle positioniert. Die Platine sollte an einer geschützten und für den elektrischen Anschluss gut zugänglichen Stelle befestigt werden. Das Sensorkabel ist so zu verlegen, dass es nicht geknickt, eingeklemmt oder mechanisch belastet wird.
Der Sensor muss durch die Umgebungsluft ausreichend angeströmt werden. Abdeckungen, Isolierungen oder andere Bauteile dürfen den erforderlichen Luftaustausch am Messelement nicht behindern. Der elektrische Anschluss ist entsprechend der Anschlussbelegung in der Bedienungsanleitung auszuführen.
Welche Faktoren beeinflussen die zuverlässige Funktion?
Die zuverlässige Funktion eines Kondensationswächters hängt wesentlich von der Montage, der Umgebung und dem Zustand des Messelements ab. Der Sensor sollte vor mechanischer Beschädigung, übermäßiger Verschmutzung und ungeeigneten Umgebungsbedingungen geschützt werden.
Die Geräte sind für saubere Luft sowie nicht aggressive und nicht brennbare Gase vorgesehen. Staub, Ablagerungen oder eine dauerhaft eingeschränkte Luftzirkulation können die Erfassung der Feuchte beeinflussen. Der Montageort sollte deshalb so gewählt werden, dass der Sensor die tatsächlichen Bedingungen an der überwachten Stelle erfassen kann.
Die zulässige Betriebstemperatur beträgt -30 °C bis +70 °C. Für die Lagerung ist ein Temperaturbereich von -35 °C bis +85 °C vorgesehen. Das Gehäuse besitzt die Schutzart IP65 nach EN 60529. Der Montageort sollte trotzdem so gewählt werden, dass der Sensor nicht unnötig verschmutzt oder mechanisch belastet wird.
Welche technischen Daten sind wichtig?
Die Kondensationswächter verfügen über einen digitalen Feuchtesensor mit integriertem Temperatursensor. Der Schaltpunkt liegt bei etwa 93 % relativer Feuchte und ist fest eingestellt. Als Ausgang steht ein Wechslerkontakt zur Verfügung.
Die Spannungsversorgung erfolgt mit 24 V AC bei einer Toleranz von ±20 % oder mit 15 bis 36 V DC. Der elektrische Anschluss erfolgt über Schraubklemmen für Leitungen mit 0,14 bis 1,5 mm² Querschnitt.
Die direkte Ausführung besitzt einen Anlegekörper aus Aluminium mit einer Länge von 62 mm, einer Breite von 25 mm und einer Höhe von 15 mm. Die Montage erfolgt mit einem Spannband für Rohrleitungen bis 3 Zoll.
Bei der Ausführung mit externer Platine wird der Fühler über eine Leitung angeschlossen. Die separate Platine besitzt eine Länge von etwa 35 mm, eine Breite von etwa 15 mm und eine Befestigungsbohrung mit 3 mm Durchmesser.
Wo finde ich weitere technische Unterlagen?
Auf den Produktdetailseiten der beiden Kondensationswächter finden Sie die vollständigen technischen Daten, Anschlussinformationen und Hinweise zur Montage. Zusätzlich stehen für beide Ausführungen ein Datenblatt, eine Bedienungsanleitung und eine Konformitätserklärung zur Verfügung.
| Kondensationswächter | Datenblatt | Bedienungsanleitung | Konformitätserklärung |
| Kondensationswächter Wechsler | | | |
| Kondensationswächter Wechsler mit externer Platine | | | |
Häufige Fragen zu Kondensationswächtern
Was überwacht ein Kondensationswächter?
Ein Kondensationswächter überwacht die relative Feuchte und die Temperatur im Bereich einer gefährdeten Oberfläche. Bei Erreichen des fest eingestellten Schaltpunkts von etwa 93 % relativer Feuchte wird der Wechslerkontakt geschaltet.
Was ist der Unterschied zwischen einem Kondensationswächter und einem Taupunktwächter?
Ein Kondensationswächter schaltet bei einem fest eingestellten Wert der relativen Feuchte. Ein Taupunktwächter berechnet dagegen aus Feuchte und Temperatur den Taupunkt und überwacht die Bedingungen im Verhältnis zur Oberflächentemperatur. Welche Lösung geeignet ist, hängt von der jeweiligen Anwendung und der benötigten Signalverarbeitung ab.
Wann ist die Ausführung mit externer Platine sinnvoll?
Die Ausführung mit externer Platine eignet sich, wenn der Fühler an einer schwer zugänglichen oder beengten Messstelle positioniert werden soll. Die Elektronik kann unabhängig davon an einer geeigneten und gut zugänglichen Stelle montiert werden.
Kann der Kondensationswächter an Rohrleitungen montiert werden?
Die direkte Ausführung wird mit einem Anlegekörper und einem Spannband an geeigneten Rohrleitungen montiert. Das Spannband ist für Rohrleitungen bis 3 Zoll vorgesehen. Die genaue Eignung hängt von der Oberfläche und der Einbausituation ab.
Wie hoch ist der fest eingestellte Schaltpunkt?
Der Schaltpunkt liegt bei etwa 93 % relativer Feuchte und ist fest eingestellt. Eine individuelle Einstellung des Schaltpunkts ist bei diesen Ausführungen nicht vorgesehen.
Welche Schutzart und welcher Temperaturbereich gelten?
Beide Ausführungen besitzen die Schutzart IP65 nach EN 60529. Die zulässige Betriebstemperatur beträgt -30 °C bis +70 °C. Für die Lagerung gilt ein Temperaturbereich von -35 °C bis +85 °C.